Unser Haus auf der Konkordiastraße 66 in Düsseldorf hat eine Geschichte. Keine durchgehend schöne. Eine bittere. Die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner der 1940er Jahre sind fast alle in KZs und Vernichtungslagern ermordet worden. Wir möchten ihnen mit dieser Seite gedenken und sie dadurch unvergessen machen.
Für Doris und David Mosheim, die von 1926 bis zur ihrer Deoportation 1942 hier lebten, werden Stolpersteine verlegt.
Im Folgenden stellen wir die Eckdaten der Bewohnerinnen und Bewohner des "Ghettohauses". Nähere Infos können dem 'Gedenkbuch' der Mahn- und Gedenkstätte entnommen werden.
Wer weitere Informationen zu den hier genannten Personen hat, kann gerne mit der Mahn- und Gedenkstätte Kontakt aufnehmen und die Informationen zukommen lassen.
David Mosheim
Geburtsdatum: 11.10.1869
Geburtsort: Adorf, Waldeck
Beruf: Kaufmann
Wohnort in Düsseldorf: ab 1926 Concordiastraße 66
Deportation: 21.07.1942 Transport VII/11 nach Theresienstadt
Todesdatum: 26.09.1942
Todesort: Nicht genau bekannt, in einigen Quellen wird das Vernichtungslager Auschwitz, in anderen Treblinka angegeben
Zusatzinfo: s. o. bei Doris Mosheimer
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/mosheim-david/?_sfm_person_name=Mosheim
Doris Mosheim, geb. Blankenstein
Geburtsdatum: 04.09.1869
Geburtsort: Dorstfeld bei Dortmund
Beruf: Hausfrau
Wohnort in Düsseldorf: ab 1926 Concordiastraße 66
Deportation: 21.07.1942 Transport VII/11 nach Theresienstadt
Todesdatum: 26.09.1942
Todesort: Vernichtungslager Treblinka
Zusatzinfo:
Das Ehepaar Mosheim bewohnte die Erdgeschosswohnung auf der Konkordiastraße 66. Ihr gehörte das Haus. In der dritten Etage wohnte der Sohn Berthold mit seiner Frau und zwei Kindern.
Dr. jur. Berthold Mosheim (*25. Mai 1904 in Adorf; †15. September 1964 in London) war Rechtsanwalt in Düsseldorf. Bereits in den frühen Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft war er als Anwalt Repressionen ausgesetzt. Dennoch setzte er sich weiterhin für seine Mandanten ein und versuchte unter anderem, Menschen aus der Haft der Gestapo zu befreien. Während der Novemberpogrome 1938 wurde Berthold Mosheim verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, wo er mehrere Wochen inhaftiert war. Nach seiner Entlassung gelang ihm am 11. Mai 1939 die Flucht nach England. In London baute er sich ein neues Leben auf. Er arbeitete dort unter anderem als Wirtschaftsberater und blieb juristisch tätig. 1948 erhielt er die britische Staatsbürgerschaft. Berthold Mosheim war verheiratet mit Rosalie („Rosel“) geborene Wolf. Das Paar hatte zwei Kinder, Ruth (*6. Januar 1935) und Frank Gabriel (*22. Juli 1938), die beide in Düsseldorf geboren wurden. Er starb am 15. September 1964 in London.
Neben Berthold Mosheim war Max Mosheim ein weiteres Kind von Doris und David Mosheim. Er wurde 1897 geboren und später während der nationalsozialistischen Verfolgung deportiert und 1945 im KZ Neuengamme ermordet. Max Mosheim war Arzt und floh nach Groningen in die Niederlande. Er wohnte dort auf der H.W. Mesdagstraat 13.
- Quelle Doris Mosheim: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/mosheim-doris/?_sfm_person_name=Mosheim und https://www.synagoge-voehl.de/images/pdf/lk/ado/Mosheim_Doris.pdf?utm_source=chatgpt.com
- Quelle Bertold und Rosalie Mosheim: https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Opfer_des_Nationalsozialismus_%28Nettetal%29#Internierungen_in_Dachau, https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Opfer_des_Nationalsozialismus_%28Nettetal%29#Berthold_Mosheim
- Quelle Max Mosheim: https://www.joodsmonument.nl/nl/page/88352/max-israel-mosheim; https://www.oorlogsbronnen.nl/tijdlijn/aaa5d9d5-3849-4e28-b969-90e7e021d0d2
Lina Rosenbaum, geb. Ostberg
Geburtsdatum: 10.03.1878
Geburtsort: Bocholt
Beruf:
Wohnort in Düsseldorf: Konkordiastraße 66
Todesdatum: 21.09.1942
Todesort: Vernichtungslager Treblinka
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/rosenbaum-lina/?_sfm_person_name=Rosenbaum
Max Rosenbaum
Geburtsdatum: 18.09.1873
Geburtsort: Peckelsheim, Warburg
Beruf: Arbeiter
Wohnort in Düsseldorf: Konkordiastraße 66
Todesdatum: 21.09.1942
Todesort: Vernichtungslager Treblinka
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/rosenbaum-max/?_sfm_person_name=Rosenbaum
Lore Blumenthal
Geburtsdatum: 05.12.1922
Geburtsort: Geldern
Beruf: Hausgehilfin
Wohnorte in Düsseldorf: Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1941
Todesort: Ghetto Minsk
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/blumenthal-lore/?_sfm_person_name=Blumenthal
Gertrud (Trude) Steinfeld, geb. Radominski
Geburtsdatum: 06.05.1896
Geburtsort: Lötzen
Beruf: Hausfrau
Wohnorte in Düsseldorf: Zonser Straße 22, Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1941
Todesort: Ghetto Minsk
Familie Steinfeld musste ihr Haus auf der Zonser Straße 22 verlassen und musste ins Ghettohaus auf der Konkordiastraße 66 ziehen.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/steinfeld-gertrud-trude/
Paul Steinfeld
Geburtsdatum: 19.01.1883
Geburtsort: Osnabrück
Beruf: Vertreter
Wohnorte in Düsseldorf: Lindenstraße 251, Zonser Straße 22, Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1941
Todesort: Ghetto Minsk
Familie Steinfeld musste ihr Haus auf der Zonser Straße 22 verlassen und musste ins Ghettohaus auf der Konkordiastraße 66 ziehen.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/steinfeld-paul/
Gerda Steinfeld
Geburtsdatum: 18.12.1926
Geburtsort: Düsseldorf
Beruf: Schülerin
Wohnorte in Düsseldorf: Zonser Straße 22, Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1941
Todesort: Ghetto Minsk
Familie Steinfeld musste ihr Haus auf der Zonser Straße 22 verlassen und musste ins Ghettohaus auf der Konkordiastraße 66 ziehen.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/steinfeld-gerda/
Martha Engel
Geburtsdatum: 04.06.1900
Geburtsort: Kirberg, Westerwaldkreis
Beruf:
Wohnorte in Düsseldorf: Jahnstraße 60, Talstraße 3, Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1941
Todesort: Ghetto Minsk
Martha Engel kam 1940 aus Hachenburg nach Düsseldorf und gilt als letzte jüdische Bürgerin der Stadt Hachenburg in der NS-Zeit. Gemeinsam mit Mina Friedemann bezog sie ein Zimmer auf der Konkordiastraße 66, als sie die Talstraße 3 verlassen mussten.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/engel-martha/
Mina Friedemann
Geburtsdatum: 24.12.1872
Geburtsort: Königstein/Taunus
Beruf: Kauffrau
Wohnorte in Düsseldorf: Talstraße 3, Konkordiastraße 66
Todesdatum: 21.09.1942
Todesort: Vernichtungslager Treblinka
Gemeinsam mit Martha Engel bezog sie ein Zimmer auf der Konkordiastraße 66, als sie die Talstraße 3 verlassen mussten.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/friedemann-mina/
Jenny Moser, geb. Heidt
Geburtsdatum: 17.06.1892
Geburtsort: Warburg
Beruf: Kauffrau
Wohnorte in Düsseldorf: Zietenstraße 16, Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1942
Todesort: Ghetto Minsk
Ihre Schwester war Friedel Davids, geb. Heidt. Die Familie Moser musste ihre Wohnung auf der Zietenstraße 16 verlassen und musste ins Ghettohaus auf der Konkordiastraße 66 ziehen.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/moser-jenny/
Sally Moser
Geburtsdatum: 24.09.1842
Geburtsort: Kaldenkirchen
Beruf: Handelsvertreter, Polsterer
Wohnorte in Düsseldorf: Zietenstraße 16, Konkordiastraße 66
Todesdatum: nach 1942
Todesort: Ghetto Minsk
Die Familie Moser musste ihre Wohnung auf der Zietenstraße 16 verlassen und musste ins Ghettohaus auf der Konkordiastraße 66 ziehen.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/moser-sally/
Kurt Erich Moser
Geburtsdatum: 03.06.1920
Geburtsort: Wuppertal-Elberfeld
Beruf: Landwirt
Wohnorte in Düsseldorf: Zietenstraße 16, Konkordiastraße 66
Todesdatum: 31.03.1944
Todesort: Vernichtgungslager Auschwitz
Die Familie Moser musste ihre Wohnung auf der Zietenstraße 16 verlassen und musste ins Ghettohaus auf der Konkordiastraße 66 ziehen.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/moser-kurt-erich/
Frieda Elfriede (Friedel) Davids, geb. Heidt
Geburtsdatum: 20.11.1897
Geburtsort: Warburg
Beruf:
Wohnort in Düsseldorf: Konkordiastraße 66
Todesdatum: 23.01.1943
Todesort: Vernichtungslager Auschwitz
Ihre Schwester war Jenny Moser, geb. Heidt. Die Familie Davids zog nach dem Novemberpogrom aus Geldern nach Düsseldorf auf die Konkordiastraße zur Familie der Schwester.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/davids-frieda-elfriede/
Gustav Davids
Geburtsdatum: 17.05.1885
Geburtsort: Geldern
Beruf: Viehhändler
Wohnort in Düsseldorf: Konkordiastraße 66
Todesdatum: 11.05.1942
Todesort: KZ Buchenwald
Die Familie Davids zog nach dem Novemberpogrom aus Geldern nach Düsseldorf auf die Konkordiastraße zur Familie der Schwägerin.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/davids-gustav/?_sfm_person_name=Davids
Fritz Davids
Geburtsdatum: 04.04.1924
Geburtsort: Geldern
Beruf: Gärtner
Wohnort in Düsseldorf: Konkordiastraße 66
Todesdatum: 02.07.1942
Todesort: KZ Dachau
Die Familie Davids zog nach dem Novemberpogrom aus Geldern nach Düsseldorf auf die Konkordiastraße zur Familie der Tante.
Quelle: https://gedenkbuch-duesseldorf.de/memory-book/davids-fritz/?_sfm_person_name=Davids